Mehr Dialog schafft besseres Verständnis

Mere dialog skaber større forståelse

Meine Gedanken sprudeln meist recht ungehindert, wenn Asco und ich unseren üblichen Spaziergang durch die Nachbarschaft machen. Manchmal einfach so, und für eine vielbeschäftigte Veterinärmedizinstudentin ist das einer der vielen wunderbaren Aspekte, die das Hundeleben mit sich bringt.

Wir wohnen in einer Gegend mit vielen Grünflächen und schönen Plätzen und einigen Reihenhäusern. Eine wirklich tolle Gegend für Hundebesitzer, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass so viele Menschen hier Hunde haben. Das bedeutet zwangsläufig, dass wir auf unseren Spaziergängen oft anderen Hunden begegnen, und leider ist das nicht immer eine angenehme Erfahrung.

Vielleicht bin ich einfach nur naiv, aber ich hatte gehofft (als relativ neue Hundebesitzerin), dass wir als „Menschen“ etwas gemeinsam hätten: unsere Freude an Tieren. Doch das entspricht überhaupt nicht dem, was ich meistens erlebe.

Mir ist durchaus bewusst, dass Asco, ein über 40 kg schwerer Deutscher Schäferhundrüde, bei manchen Menschen Ehrfurcht einflößt, und das ist natürlich auch in Ordnung. Aber ich bin doch recht überrascht, wie viele Leute sich umdrehen, wenn sie uns sehen, auf die andere Straßenseite wechseln oder gar ihren Hund hochheben und fast weglaufen.

Ich verstehe vollkommen, dass viele Besitzer kleinerer Hunderassen regelrechte Angst vor einem Hund dieser Größe haben, und ich will keinesfalls einen Streit zwischen Besitzern großer und kleiner Hunde anzetteln. Ich denke, es geht eher um den Wunsch, nicht nach dem Aussehen zu urteilen.

Es ist zweifellos schwierig, und ich kann nicht leugnen, es selbst schon unzählige Male getan zu haben, wenn ich in der Ferne einen muskulösen Hund vom Molosser-Typ erblickt habe.

Aber es ist auch wichtig, der Welt mit Offenheit zu begegnen – oder zumindest im Dialog. Das hat meinen Horizont enorm erweitert und inspiriert mich daher auch zu diesem Appell an andere. Denn ich muss ehrlich zugeben, dass es mir das Herz gebrochen hat, als Asco fünf oder sechs Monate alt war und plötzlich viele Menschen uns nicht mehr grüßten. Manche wagten es kaum, an ihm vorbeizugehen. Das hat uns später Probleme bereitet, weil Asco dadurch auch unsicher wurde, dass sich manche Leute bei seinem Anblick umdrehten.

Dies sollte jedoch nicht als Aufruf verstanden werden, alle Hunde sollten sich gegenseitig begrüßen, da es große Unterschiede geben kann, ob Hunde dies als positive Erfahrung empfinden. Asco macht das nicht immer, aber allein das Training, an anderen Hunden vorbeizugehen, war schwierig, da viele uns nicht passieren wollten. Daher versuche ich nun, basierend auf diesen Erfahrungen, auf andere Menschen und ihre Bedenken einzugehen, da ich sie gut nachvollziehen kann. Ich denke einfach, wir könnten viele schöne Momente erleben, wenn wir besser miteinander kommunizieren würden.

Dieser Artikel ist daher ein Aufruf zum Dialog und zur Offenheit gegenüber verschiedenen Hunderassen. Denn letztendlich haben wir alle eines gemeinsam: unsere Liebe zu unseren Hunden.

Dieser Blog wird geschrieben von
Sanne Rath Madsen studiert derzeit Veterinärmedizin an der Universität Kopenhagen.
Hundehalterin und Besitzerin des Deutschen Schäferhundes Asco. Trainiert täglich im Deutschen Schäferhundclub in den Bezirken 3 (Ballerup) und 84 (Skovbo) und betreibt das kleine Fotostudio SRM Photography. 

Zurück zu DogCoach-Blog