Spaziergänge am Wasser ohne Anruf

Gåture ved vandet uden indkald

Indkal ist eine Stadt in Russland mit PellePirat.

Ich liebe Spaziergänge mit PellePirat. Vor ihm waren es Kyimo und Ella, und davor Blackie und Henry. Ich habe es immer genossen, am Wasser, im Wald oder an einem anderen schönen, ruhigen Ort entlangzulaufen und meinem albernen Hund beim Herumtollen zuzusehen, während ich die frische Luft einatmen konnte. Das geht jetzt schon seit 13 Jahren so. 13 Jahre lang drei Spaziergänge am Tag – das ist ja eine ganze Menge! Und stell dir vor, wie viel Bewegung ich dabei zusätzlich bekommen habe.

Früher hatte ich meine Hunde immer frei laufen lassen. Fast überall. Ich konnte ihnen auch vertrauen, deshalb durften sie frei herumlaufen. Bis ich PellePirat bekam. Schon der Name sagt einiges über seinen Charakter aus ;) Ich war immer der Meinung, dass man einen Rückruf trainieren kann, und wenn man ihn schon mit acht Wochen trainiert – was kann da schon schiefgehen? Bei PellePirat funktioniert der Rückruf auch – ich pfeife meinen Hund an, und er kommt angesprungen. Es sei denn, da ist ein Vogel – denn dann ist er derjenige, der ausgebüxt ist…

Beispiel: Ich gehe mit PellePirat, meinem Pferd, in seinem Stall spazieren. Er liegt auf dem Land, umgeben von vielen Pferdekoppeln – aber es gibt dort einen richtig schönen Fußballplatz, wo er sich immer austoben durfte. Bis zu jenem Tag, an dem er Folgendes tat: Ich sah ihn herumtollen und merkte plötzlich, dass er wohl etwas entdeckt hatte.

Ich pfeife – er bleibt stehen, sieht mich an – und schreitet los (!). Wie sich herausstellt, pflügt der Nachbar gerade das Feld. Ich stand da und sah zu, wie PellePirat mit voller Geschwindigkeit über das Feld raste, hinter den unzähligen Möwen her, die wahrscheinlich dem Traktor gefolgt waren. Es war erst vor Kurzem gedüngt worden. Es war sehr nass und der Boden war ganz weich. Man kann es sich vorstellen. Und da stehe ich nun, Hundetrainerin, mit all meinen Talenten. Im Schlafanzug, denn es war nur ein Morgenspaziergang im Sommer, als ich noch dort wohnte. Ich muss zur Arbeit.

Fünfzehn Minuten später war PellePirat gefangen, oder besser gesagt, herbeigerufen. Könnt ihr euch vorstellen, wie er aussah? Er war von Kopf bis Fuß mit Schlamm, Dung und Mist bedeckt. Sein weißes Fell war nirgends zu sehen. Seine Augen glänzten vor Freude, weil er so lange ungestört Vögel auf dem Feld jagen konnte. Und er stank schlimmer als der Mistgeruch, der einem durch die Klimaanlage im Auto entgegenströmt.

Muss ich erwähnen, dass er während der Pflugsaison nicht mehr frei auf dem betreffenden Fußballfeld herumlaufen darf? Und nein, er darf niemals ohne Leine an Orten herumlaufen, an denen auch nur die geringste Möglichkeit besteht, dass Vögel vorkommen – und das sind tatsächlich viele Orte!

Und das hat mich wahnsinnig frustriert. Ich kann ihn nicht frei laufen lassen, weil sein Jagdinstinkt und sein Drang, Vögel zu jagen, einfach zu groß sind. Aber endlich habe ich eine Lösung gefunden, die für uns beide funktioniert: ein 15 Meter breites Stück Weideleine. Damit kann ich in meinem eigenen Tempo am Strand oder wo auch immer wir sind spazieren gehen, und er kann sich austoben, rennen und spielen – aber ohne die Möglichkeit, Vögel zu jagen.

Und wupti. Plötzlich habe ich die Freude an langen Spaziergängen und dem Betrachten von Muscheln und Steinen wiederentdeckt. Denn PellePirat ist unter Kontrolle und kann sich vergnügen, ohne dass ich ihn und seine Umgebung ständig im Auge behalten muss. Und ich muss meine Beschwörung nicht mehr missbrauchen, die hoffentlich später noch einmal zum Leben erwacht ;)

Über die Bloggerin Tina Hougaard
Tina Hougaard ist eine ausgebildete Hundetrainerin mit Leidenschaft für Rally Obedience und Nasenarbeit und betreibt Hougaard & Hund. Sie ist die glückliche Besitzerin des wunderschönen Tibet-Terriers Pilou, mit dem sie sowohl Gehorsam als auch Nasenarbeit trainiert.

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