Zwei Jahre bei Audi

To år med Audi

Es ist zwei Jahre her, dass wir den Audi mitten im Sturm Otto aus Norwegen nach Hause gebracht haben.

In dieser Zeit hat er sich von einem kleinen Räuber zu einem richtigen Tyrannen entwickelt. Gerade jetzt rennt er um das Sofa herum und wirft mit einer Weintraube.

Mit jedem Tag und mit jeder Erfahrung, die ich mit ihm mache, liebe ich ihn mehr und mehr.

Mini Corgi liebte Audi vom ersten Moment an, als er seine kleinen Pfötchen hier auf Autogaarden setzte. Sie hat ihm fast alles beigebracht, was ein echter Corgi wissen sollte.

Audi ist ein wirklich unkomplizierter kleiner Kerl. Er ist mittlerweile ein richtiger Profi darin geworden, den Mülleimer komplett auszuleeren, vom Tisch zu klauen und Fahrräder und Jogger zu jagen – etwas, woran wir natürlich noch arbeiten. Er hat sich auch ein paar eigene Tricks ausgedacht, wie zum Beispiel die Toilette zu leeren, Papier in Stücke zu reißen und mir und meiner Tochter Sigrid in die Füße zu beißen, wenn wir im Haus herumlaufen.

Sogar der Zug hat Mini gelernt, ihm hinterherzurennen – oder besser gesagt, Audi hat das Konzept noch nicht ganz verstanden. Wenn wir draußen sind und er den Zug hört, rennt er los, nicht unbedingt in Richtung des Zuges, aber er rennt einfach und hat dabei einen Riesenspaß.

Offenbar hat sie ihm auch beigebracht, meine Gedanken zu erraten. Leider liegt er damit nicht immer richtig. Das bedeutet zum Beispiel, dass er sich mitten im Nasenarbeitstraining unter einem Tisch versteckt, weil er denkt, ich lasse ihn gleich mit einem der anderen Hunde zum Training raus, oder dass er sich weigert, einen Keks zu fressen, weil er glaubt, ich würde ohne ihn das Haus verlassen.

Es gab nur eine Sache, in der mein kleiner Schipperke Audi seine Fähigkeiten unter Beweis stellen musste, bevor er sich vollwertiger Welsh Corgi Cardigan nennen durfte – Schafe hüten!

Das – und weil ich das Hüten mit meinen Hunden liebe – bedeutete, dass Audi und ich es schafften, bei Jesper's in Lunde einen Hüteinstinkttest mit einer Meute Corgis einzuschieben.

Es gibt viele verschiedene Hütehunde. Manche hüten die Herde mit den Augen, andere mit der Stimme, manche apportieren Tiere auf der Weide, andere dienen als „lebender Zaun“ und wieder andere treiben die Tiere von der Weide zurück nach Hause. So ist beispielsweise der kleine, kurzbeinige Corgi tatsächlich in der Lage, eine Tierherde bis zu 30 Kilometer weit von der Weide nach Hause zu treiben.

Ich war ziemlich neugierig, was Audi dem Schaf sagen würde. Schließlich wiegt er nur 7 kg, was für ein Schaf nicht viel ist. Würde er Angst haben oder aggressiv reagieren? Oder einfach nur gleichgültig sein?

Zur Information sei erwähnt, dass Schäfer Jesper sich sehr gut um seine Tiere kümmert. Er ist stets in der Nähe und achtet mit einem Gerät, das einem Laubbesen ähnelt, darauf, dass der Hund Abstand zu den Schafen hält. Drei Schafe werden gleichzeitig auf die Herde getrieben, und es gibt regelmäßige Wechsel zwischen den etwa 15 Tieren, damit keines müde wird. Die Schafe sind zudem an Hunde und Menschen gewöhnt. Sie schätzen den Hund schnell ein, und wenn sie die geringste Unsicherheit bemerken, testen sie ihn, indem sie sich ihm zuwenden und im Boden scharren. Der Hund wird beim ersten Kontakt mit den Schafen immer an der Leine geführt.

Hüten ist die faszinierendste Form der Hundearbeit, die ich je ausprobiert habe. Es ist erstaunlich, die besonderen Fähigkeiten eines Hütehundes zu erleben und die Zusammenarbeit mit ihm zu genießen, wenn alles gut läuft.

Das Hüten fand im Kreis statt, und alle Teilnehmer mit Hunden durften sich zusammensetzen und von den Erfahrungen der anderen lernen. Es war ein langer Tag mit vielen Erlebnissen für Audi und mich.

Es stellte sich schnell heraus, dass Audi keine Angst vor den Schafen hatte, sondern wie immer sehr neugierig war. Während er auf seine Runde wartete, vergnügte er sich mit ein paar Corgi-Welpen.

Audi zeigte großes Talent, als er endlich in die Runde kam. Es war deutlich, dass er verstanden hatte, worum es beim Treiben der Schafe ging. Er war sichtlich stolz und verließ die Runde anschließend mit mir.

In der zweiten Runde durfte Audi mit den Schafen hüten. Er gab sein Bestes, doch da er noch jung ist, verlor er schnell die Konzentration und begann, Schafsmist zu fressen, anstatt die Herde zu hüten. Trotzdem war es schön zu sehen, wie freundlich und entspannt er mit den Schafen umherging.

Ich brachte einen sehr müden Hund aus Fünen mit. Er schnarchte den ganzen Abend – was für eine Schipperke-Hündin unter zwei Jahren eher ungewöhnlich ist. Selbst Cookie, die ihn sonst oft zum Pomeranian schicken möchte, kam im Laufe des Abends ein paar Mal etwas besorgt vorbei und beschnupperte ihn.

Mini ist stolz auf seinen kleinen Nachwuchs. Er darf sich jetzt einen richtigen Corgi nennen, denn ehrlich gesagt, seine Hütefähigkeiten sind in dieser Hinsicht noch nicht ganz so gut wie die eines echten Corgis. Er hat sein Bestes gegeben, mehr kann niemand tun, und wir beide hatten wieder einen schönen Tag, was uns noch enger zusammenschweißt und uns zu einem guten Team macht.

Über den Blogger dieser Woche:

Helene ist Frührentnerin und verbringt viel Zeit mit ihren Tieren. Zu ihrem tierischen Team gehören vier Hunde, eine Katze, 15 freilaufende Hühner, etwa 80 Volierenvögel und drei Axolotl ihrer Tochter. Und nun können sie und Cookie sich auch noch als Lesehundeteam bezeichnen.

Sie schreibt leidenschaftlich gern Kurzgeschichten, Gedichte und Geschichten aus ihrem Alltag und liest gern gute skandinavische Krimis.

Neben Helene und all den Tieren besteht die Familie aus Birger (55 Jahre), Thor (12 Jahre) und Sigrid (10 Jahre).

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