Wenn meine neuen Nachbarn meinen alten Hund kennengelernt hätten

Hvis mine nye naboer havde mødt min gamle hund

Es sind bald drei Jahre vergangen, seit er eingeschläfert wurde (03.07.2018) (meinen Abschiedsbrief finden Sie hier: https://www.ibbyheart.com/jeg-sang-for-blop/ ). Es ist immer noch eine schmerzhafte Erinnerung, die mir Tränen in die Augen treibt und mir ein beklemmendes Gefühl im Magen bereitet.

Die Trauer lebt noch heute in mir – jeden Tag…

Es tat so weh, auch weil Blop mein erster eigener Hund war und ich mit seiner Hilfe wieder laufen gelernt hatte (vom Rollstuhlfahrer zum Fußgänger). Blops Lebensfreude half mir – sozusagen – aus dem Rollstuhl und gab meinen Beinen neues Leben und meinem Kopf den Mut, wieder zu laufen.

Wir mussten ihn einmal zum Chiropraktiker bringen, weil sein Nacken blockiert war. Er drehte sich immer wieder um und schaute zu mir hoch, wenn ich aufstand, um zu laufen (das lag daran, dass er die ersten fünf Jahre ausschließlich mit mir „gelaufen“ war, wobei ich entweder im Rollstuhl oder auf meinem Elektromobil saß). Er wedelte immer wieder mit dem Schwanz, drehte den Kopf und sah mir in die Augen, als wollte er sagen: „Hey, du bist so cool, Mama!“ Ich glaube, er war der Coole…

Blop war ein lebensfroher Kerl. Er glaubte stets an das Gute im Leben. Er freundete sich nie mit anderen Hunden, Katzen, Vögeln oder Eichhörnchen an. Er war einfach freundlich und unkompliziert.

Er knurrte uns Menschen nur dann an, wenn wir beispielsweise ein Stück Käse zurückholen wollten, das er vom Tisch gestohlen hatte...

So war Blop eben – ein frecher Kerl mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen, dem man fast nie richtig böse sein konnte. Einmal stürmte er jedoch in die Wohnung einer Nachbarin, stahl ihre neue La-Perla-Unterwäsche und zerkaute sie. Oder als er in die Wohnung einer anderen Nachbarin stürmte und ihre Federboa aß. Einmal kümmerten sich unsere Nachbarn (Jakob und Pernille) um ihn, und er aß Jakobs teuer gekauftes Fleisch (für einen Abend mit den Jungs und ein Mikkel-Kessler-Spiel). Das Fleisch taute gerade auf dem Küchentisch auf, und Jakob wollte den Grill anheizen – da aß Blop das GANZE FLEISCH…

Apropos Schlagzeile: Einige unserer neuen Nachbarn halten Fjolle für einen mürrischen Kerl, der nicht mal grüßt. Aber ich habe Fjolle beigebracht, auf unserer Terrasse zu bleiben und NICHT in die Wohnungen der anderen Nachbarn zu rennen – ich spreche da aus Erfahrung…

Fjolle hat dank Clickertraining gelernt, ein guter Nachbar zu sein, und darüber freue ich mich sehr. Uns bleiben nur die Erinnerungen an den Mann, den sie nie kennenlernen durften: Blop. Fast alle Nachbarn, die ihn liebten und kennenlernten, wohnen nicht mehr hier.

Wenn meine neuen Nachbarn also meinen alten Hund kennengelernt hätten, wären vielleicht ihre Partykleidung, Unterwäsche und Fleischstücke in sein Maul und seine Schnauze gelangt, aber stattdessen haben sie Fjolle hier oben auf der Dachterrasse, der unten am Ende der Terrasse bei mir bleibt – und er ist einfach ein braver Junge, der nicht im Traum daran denken würde, Unterwäsche oder eine Federboa anzuknabbern...

Das PGV ist albern.

An Blop; Dein Andenken sei dort oben geehrt, mein geliebter Blop. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht an dich denke und dich vermisse. Du wärst stolz auf den Narren, aber du würdest ihm auch zuflüstern, dass er einfach zu brav und langweilig sei.

Ich liebe euch beide – sehr. Der 3. Juli wird ein schwerer Tag. Ich vermisse es, euch in die Augen zu schauen und euch zu knuddeln. Ihr werdet nie vergessen sein. Mein treuer Hund.

Hinter den Kulissen des Wochenblogs:

Wir sind Fjolle und Ibbe. Fjolle ist ein PBGV (Physical Bird Varenia). Ich bin – ja, jemand, der sich manchmal wünscht, „einfach nur ein Hund zu sein“. Fjolle ist mein zweiter Hund. Mein erster Hund, Blop, war ein Geschenk meines Mannes, als ich schwer erkrankte. Fjolle und ich freuen uns darauf, Teil dieses wunderbaren Blog-Universums zu sein.

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