Auch ein Coton hat Grenzen

En Coton har også grænser

Bildnachweis: Helle Lindholm Larsen

Im Mai haben wir unsere Familie um ein neues Mitglied erweitert: den zuckersüßen kleinen Otto, einen Coton de Tulear. Die Anschaffung eines zweiten Hundes erforderte viel Überlegung, insbesondere die Wahl der Rasse. Ich wollte einen zusätzlichen Trainingspartner, und mein Mann wünschte sich einen kleineren Hund, da Oswald genau seine Größe hat. Als ich in Aarhus studierte und lebte, hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mir einen Coton de Tulear zuzulegen, aber als es dann soweit war, schien er mir doch zu klein. Trotzdem ließ mich der Gedanke nicht los, und nach reiflicher Überlegung haben wir Otto in unsere Familie aufgenommen.

Die Anschaffung eines Cotons war eine echte Offenbarung! Da zog der liebste, sanftmütigste und zärtlichste Rüde ein, der knapp 1,4 Kilo wog. Er ist einfach zuckersüß, und das fällt auch anderen sofort auf, wenn er bei uns ist. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die wir meiner Meinung nach unbedingt beachten sollten, auch wenn unsere Welpen die süßesten Wesen der Welt sind. Fangen wir mit dem Umgang mit einem Coton an:

Soll er ausgestellt werden?
Das ist oft das Erste, was mich Leute fragen, wenn ich mit Otto spazieren gehe. Die ersten Male musste ich schmunzeln, denn diese Frage ist so anders als die, die man beim Gassigehen mit einem Labradorwelpen stellt.

Hier fragen sich die Leute: Soll er zur Jagd eingesetzt werden? Oder soll er zum Training verwendet werden?
Und es ist noch lustiger, wenn ich ihnen erzähle, dass mein süßer Coton gar nicht zu sehen sein wird – er trainiert und nimmt an Wettkämpfen teil, genau wie sein großer Bruder. Dann schauen die Leute etwas skeptisch und wissen nicht so recht, was sie sagen sollen – außer: Glaubst du, er schafft das?

Und ja! Ich bin absolut überzeugt, dass er das kann. Nur weil er klein und niedlich ist, heißt das nicht, dass da nicht auch ein Hund steckt, der seinen Verstand genauso einsetzen muss wie ein Labrador! Tatsächlich ist er schon mitten im Training, und Otto findet es total cool!

Wie so viele andere haben auch wir gerade Sommerurlaub gemacht. Wir lieben es, in Dänemark Urlaub zu machen, und Nordjütland gefällt uns besonders gut. Deshalb hatten wir eine Campinghütte gebucht, in der unsere Hunde natürlich mitkommen konnten. Es war Ottos erster Urlaub, daher war uns bewusst, dass er sich nicht völlig überanstrengen sollte. Aus diesem Grund haben wir uns eine „Känguru-Tasche“ von Doodledog angeschafft, in der Otto sich ausruhen konnte, wenn ihm alles zu viel wurde oder er eine Pause brauchte. Die Tasche ist wirklich super, und wir haben sie auch oft bei Spaziergängen benutzt, sodass Oswald seine langen Spaziergänge genießen konnte, während Otto die Welt um sich herum erkundete.

Im Urlaub unternahmen wir einen Ausflug nach Løkken und Skagen, und dort machten wir eine ganz neue Erfahrung, weil wir Otto dabei hatten. Ein großer Labrador ist nicht jedermanns Sache, und oft sind kleine Kinder und ihre Eltern nicht sofort von ihm begeistert. Aber Otto! Er ist etwas ganz anderes.

Viele Eltern mit kleinen Kindern kamen auf Otto zu, einige begrüßten ihn ungefragt, und ein paar gingen sogar direkt auf ihn zu, während er in seiner Tasche auf der Hüfte meines Mannes oder meiner saß. Und genau hier kommt der Titel dieses Beitrags ins Spiel: Auch ein Coton hat Grenzen!

Zuerst waren wir überrascht, dass die Leute nicht um Erlaubnis fragten, bevor sie ihn begrüßten. Noch überraschter waren wir dann, dass sie auf ihn zugingen, obwohl er bei uns saß. Wir haben schnell gelernt, für Otto einzutreten, aber wie oft haben wir schon darüber gesprochen, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken – auch wenn Welpen süß sind. Denn sie sind eben auch Hunde – sie haben Zähne, Grenzen und einen intimen Bereich, genau wie wir Menschen. Ich wünsche mir einen wohlerzogenen und ausgeglichenen Coton, aber wenn er seine Grenzen immer wieder überschreitet, nur weil er „nur“ ein süßer kleiner Hund ist, dann kann das eine schwierige Aufgabe sein.

Ungeachtet der Größe unserer Hunde und ihres ursprünglichen Zuchtzwecks dürfen wir nicht vergessen, dass sie Lebewesen sind. Und als Hundehalter sind wir ihre wichtigsten Beschützer. Ich versuche, mir das bei jedem Spaziergang mit meinen Hunden – besonders mit Otto – bewusst zu machen.

Pottedash von Oswald, Otto und Trine.

Über den Blogger

Trine lebt mit ihrem Mann Oliver, zwei älteren Katzen, Oswald (Jahrgang 2020) und Otto (Jahrgang 2025) in Djursland. Trine arbeitet als Pädagogin und Lehrerin an einer örtlichen Grundschule, wo Oswald zweimal wöchentlich als Schul- und Lesehund eingesetzt wird. Außerdem trainieren sie gemeinsam Tricks, Hundetanz und Rally Obedience und haben gerade erst mit dem Schnüffeln von FCI-Rally Obedience begonnen. In ihrer Freizeit verbringt Trine viel Zeit mit Oswald, und die Wochenenden sind oft mit Hundetraining und Wettkämpfen ausgefüllt.

Oswald ist ein großer, sanfter Kerl, der alles und jeden liebt – am liebsten mit seinen ganzen 37 Kilo. Er mag zwar äußerlich groß sein, aber er ist sich sicher, dass er zum Schoßhund geboren wurde. Er schläft am liebsten am Fußende des Bettes unter Trines Decke, am liebsten auf dem Rücken mit allen Pfoten in der Luft.

Oswald liebt es, überallhin mitzureisen, egal ob es ein Familienbesuch, ein Picknick, ein Training oder ein Urlaub im Ausland ist.

Wenn Sie ihren Alltag etwas genauer verfolgen möchten, finden Sie sie auf Instagram unter @oswaldthelabrador.

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